Heute morgen beziehungsweise vormittag. Ich im Halbschlaf. Deutschlandradio Kultur läuft, Kulturnachrichten. Dann: Ein Skandal, ich schrecke auf. Was war passiert?
Der Sprecher berichtete, dass Beyoncé zum besten weiblichen Act bei den MTV European Music Awards gewählt wurde (das ist zwar sehr schlimm, aber nicht nicht die skandalöse Begebenheit, von der ich hier berichten will). Dann setzte der Moderator erneut an: „Der MTV Juripi … äh Juropi …oh … also der NPD European Music Award …“ Dann beendete er den Satz, als sei alles in bester Ordnung. Findet den Fehler! Der Gewinner kriegt ein Date mit mir.
Noch etwas Allgemeines: Mein Blogchen wird zunehmend unpersönlich und zu einem Sammelsurium aus dem Kosmos des Medienspektakels. Das merke ich selbst. Aber das wird sich bald ändern: Ich sitze bereits an meinen Memoiren, die konzipiert sind als eine Art Mashup von Musils „Mann ohne Eigenschaften“ und Udo Jürgens Biografie „Merci“. Aber Geduld, mit der Veröffentlichung könnte es noch dauern.
Draußen schneit es. Ich sitze drinnen und stelle mir vor, wie ein Leben auf dem Mond wohl sein mag. Das Einzige, das mich aus meiner mentalen Lethargie herauszureißen vermag, ist die Feststellung von Dietmar Dath in seiner Slayer-Rezension „Flut der schwarzen Galle“ (FAS), dass die Situation Ende 2009 „eh doof“ ist, denn unter anderem ist Gustav Gans nun deutscher Außenminister. Hervorragend.
Unglaublich, was da gewählt wurde. Denke ernsthaft übers Auswandern nach. Und zu dieser trägen Masse deutscher Politikjournalisten will man auch nicht gehören.
Diese Woche eines gelernt: Joint bauen, dabei „What to do“ von den Stones pfeifen und dabei das Gesicht in Richtung Joint-Bauen wenden funktioniert nicht.
Heute vor 60 Jahren wurde der sozialistische Arbeiter- und Bauernstaat ausgerufen. Wer sich fragt, wo so ein Staat eigentlich landet, wenn er durch eine neue Staatsform ersetzt wird (im Nirvana?) dem kann ich nun eine Antwort geben.
Gerade war wieder ein Mann vom Schlüsseldienst da, genauer: ein Metaller (also nicht IG-Metall, sondern Mötley Crüe und so). Er schaute kopfschüttelnd auf meine Wohnungstür, musterte sie von oben bis unten, sein Blick verweilte auf dem Schloss, dann auf dem wattierten Kunstlederbezug, dann brummte er: „Dit is allet DDR da drin“. So, jetzt wissen wir’s. Gratulation, Tür.
Leute, es ist viel passiert in den letzten Monaten. Ich fange einfach in der Mitte an: Facebook ist ein ganz großer Scheiß. Man erfährt immer nur Sachen, die man unter keinen Umständen erfahren will. Zum Beispiel ist man immer auf dem Laufenden, was jugendliche Ex-Freunde machen.
Mein Wohnungsschloss ist kaputt, es hat sich etwas verklemmt, um genau zu sein. Zuerst schraubte der Hausmeister aus dem Vorderhaus schnaufend eine Weile daran herum. Es klemmte immer noch. Dann kam der Schlüsseldienst, ein älterer Herr mit einer Tasche, auf der groß „Klaus“ stand.
Von verschiedenen Fans wurde ich gebeten, mehr von München zu berichten. Das tue ich hiermit: Es hat viel geschneit und meine Schwester erzählte eine wirre Geschichte, dass sich ein Mann von der San Francisco Bay Bridge in den Tod stürzen wollte, stattdessen jedoch auf einem Seelöwen landete, der ihn ans rettende Ufer rettete und heute tingelt er, also der Mann, von Schule zu Schule und hält Vorträge gegen Suizid. Während sie dies erzählte, maß ihr Freund immer wieder seinen Blutdruck, weil er mich übertrumpfen wollte. Weiterlesen →